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Unkraut, Urkraut, Heilkraut
Dunkel Hell

Unkraut, Urkraut, Heilkraut

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  • Das meiste, was man im Garten als Unkraut ausrupft, könnte eigentlich auf unserem Teller landen. Auch an Bächen, auf Wiesen und an Wegrändern findet man viele Pflanzen, die man problemlos essen kann. Wieso sich also nicht ein bisschen mehr mit heimischen Kräutern beschäftigen?

Mit einem Weidenkorb am Arm durch eine Wiese stapfen und früh am Morgen, wenn die Sonne aufgeht, die Vögel zu zwitschern anfangen und der Boden noch nass vom Tau ist, Kräuter und Blumen sammeln – das klingt so idyllisch wie nostalgisch! Hier findet ihr eine kleine Auswahl heimischer Pflanzen voller gesunder Vitamine, Mineralstoffe, Bitterstoffe und Schleimstoffe, ihre Verwendungsmöglichkeiten und Zubereitungsarten.

Warnung: Dieser Artikel ist von einer naturbegeisterten Studentin geschrieben – nicht von einer Medizinerin! Er dient somit nicht als Grundlage für gesundheitsbezogene Entscheidungen. Bei Vorerkrankungen soll Rücksprache mit der behandelnden Ärztin gehalten werden. Außerdem gilt: Pflücke nur was du kennst und sicher zuordnen kannst!

Breitwegerich: Ein Brei aus den Blättern wirkt entzündungshemmend und unterstützt die Wundheilung. Der Saft aus den zerdrückten Blättern hilft auch gegen den Juckreiz und das Anschwellen von Insektenstichen. Junge Blätter können roh im Salat, ältere gekocht in Eintöpfen verwendet werden.

Brennnessel: Die Brennnessel fördert blutbildende Organe, wirkt hautklärend und liefert Eisen. Junge Blätter können nicht nur im Salat, als Gemüse oder in Suppen gegessen, sondern auch im Kuchenteig oder als Tee verwendet werden. Keine Angst vor den Nesseln – diese können durch heißes Wasser, Eindrehen in ein Geschirrtuch oder Ausrollen unschädlich gemacht werden.

Franzosenkraut: Eher unscheinbar, aber voller Eisen und Eiweiß, ist alles Grün essbar und wirkt kräftigend. Es macht sich großartig in Smoothies, Salaten oder als Gewürz.

Frauenmantel: Der Frauenmantel ist bekannt als Frauenpflanze und hilft gegen Unterleibsbeschwerden. Er wird meist als Tee zubereitet.

Giersch: Giersch soll antibakteriell und entzündungshemmend wirken und so gegen Blasenentzündungen und Erkältungen helfen. Er ist voller Vitamine und Mineralstoffe und kann als Spinat, Salat, in Suppen oder Limonaden, als Aufstrich oder im Smoothie verwendet werden.

Gundermann: Für eine Frühjahrskur eignet sich auch der Gundermann. Er soll als Tee auch bei Schleimhautentzündungen und Husten Linderung verschaffen. Wie die anderen Kräuter ist auch er ein Kandidat für Salate oder Smoothies.

Hirtentäschelkraut: Ein Tee oder Saft wirkt blutstillend und hilft so bei Zahnfleisch- oder Nasenbluten und starker Menstruation Zudem reguliert er den Kreislauf. Junge Triebe mit Blüten und Knospen schmecken roh in Smoothie und Salat oder gekocht und gedünstet. Die herzförmigen Früchte schmecken nussig, die Samen pfeffrig und sogar die Wurzel kann als Gewürz verarbeitet werden.

Löwenzahn: Auch der gute alte Löwenzahn ist ein richtiger Alleskönner. Die gesamte Pflanze ist essbar und vielseitig einsetzbar. Tee aus Blüten oder Blättern soll bei Kopfschmerzen und Verdauungsbeschwerden helfen und harntreibend wirken. Junge Blätter ergeben einen vitaminreichen Salat.

Aus den kleingeschnittenen und gerösteten Wurzeln kann Muckefuck (Ersatzkaffee) und aus den Blütenköpfen Löwenzahnhonig gemacht werden. Das Rezept dafür kann jeder einfach zuhause nachmachen — da keine Bienen involviert sind, ist der Honig sogar vegan.

Rotklee: Klee ist nicht nur was für Hummeln, sondern auch noch voller Mineralstoffe und einsetzbar bei Krämpfen, Halsschmerzen und in den Wechseljahren. Die Blüten können roh verzehrt werden und jeden Salat verschönern. Zusammen mit den jungen Blättern können sie sowohl als Pesto als auch in Suppen oder Smoothies verwendet werden.

Schafgarbe: Die Schafgarbe wirkt als Tee oder Badezusatz gegen Krämpfe, Bauchweh, ist nierenanregend, gut für die Atemwege und Verdauung. Roh findet die Pflanze Verwendung in Salaten oder Smoothies.

Spitzwegerich: Auch diese Pflanze kann so einiges und wirkt stoffwechselfördernd, regt die Blutbildung an, hilft gegen Lungenkrankheiten und stimuliert den Kreislauf. Wie beim Breitwegerich lindern zerquetschte Blätter zudem Insektenstiche. Junge Blätter passen gut in die Suppe oder in den Salat.

Taubnessel: Ein Tee aus den Blüten der Taubnessel hilft nicht nur bei Entzündungen der Atemwege und Verdauungsorgane, sondern ist auch ein beruhigendes Schlafmittel. Junge Triebe und Blätter eignen sich auch hier für Suppen, Salate, Smoothies und Gemüse. Die Blüten sind nicht nur dekorativ, sondern auch honigsüß und können jedes Dessert veredeln.

Beim Sammeln sind nur wenige Dinge zu beachten: Pflückt nie mehr als ein Drittel des Bestandes, damit sich die Pflanze wieder erholen kann. Nehmt nichts zu euch, das ihr nicht eindeutig bestimmen könnt und achtet auch auf Doppelgänger. Hier können Bestimmungsbücher oder ‑apps hilfreich sein. Und auch, wenn die Wirkung mancher Inhaltsstoffe wissenschaftlich belegt werden kann, ersetzt das natürlich keine Ärztin und keinen Arzt!

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